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Hagen von Tronje

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Seht unter Zeugen, die Wunde wie sie blutet,

weist uns den Mörder, Hagen hats getan.

Seit jeher ists’ Glaube; das Blut belügt uns nicht

Also traut auf auf das Zeichen, es tilgt alle Zweifel.

und Sehet wies’ quillt, das Blut aus dem tiefen Stich

Am Körper Siegfrieds, meines tapferen Mannes Schulter.


Hagen von Tronje, ein Mörder bist du!

Hagen von Tronje, du hasts´getan!


Si buten vaste ir lougen. Kriemhilt begonde jehen:

„Swelher sî unschuldic, der lâze daz gesehen;

Der sol zuo der bâre vor den liuten gên.

Dâ bi mac man die wârheit harte schiere verstên.“


Daz ist ein michel wunder; vil dicke ez noch geschiht:

Swâ man den mortmeilen bî dem tôten siht,

Sô bluotent im die wunden, als ouch dâ geschach.

Dâ von man die schulde dâ ze Hagene gesach.


(Das Nibelungenlied, Strophe 1042, 1043)


Wo das Kreuz es verriet,

Wo das Lindblatt hinfiel.

Das wehrlose Fleisch;

Dort stach feig´ er zu.


Hagen von Tronje,

Truchsess des Königs;

Du unedler Degen

Ein Mörder bist du.


Oh, Gunther, mein Bruder,

Wie kannst du so hadern.

König zu Worms,

Wieso schons du den Töter?


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